CHAPTER 1: Der Einbruch in die Dunkelheit
Part 1
Als ehemaliger KSK-Kommandotruppführer bricht er in einen hochgesicherten Bunker unter einer alten Industriebrache in Duisburg-Rheinhausen ein, um den entführten Kernphysiker Prof. Dr. Henrik Bergmann zu befreien, und muss im fahlen Neonlicht fassungslos erkennen, dass die skrupellose Drahtzieherin der Geiselnahme ausgerechnet seine geliebte Ehefrau Clara ist, die er vor exakt fünf Jahren bei einem angeblichen Laborunfall in Jülich zu Tode betrauert und auf dem Südfriedhof in Köln beigesetzt hatte.
Jonas Becker seilt sich lautlos durch den verrosteten Schacht der ehemaligen Zeche Monopol in Duisburg ab.
Die kalte Industrieluft riecht nach feuchtem Beton und altem Rost.
Ausgestattet mit Nachtsichtgerät und HK416-Sturmgewehr bewegt er sich im Schatten der unterirdischen Gänge vorwärts.
Drei Wachen patrouillieren im unterirdischen Komplex.
Jonas neutralisiert sie nacheinander schnell und präzise, bevor auch nur ein Laut durch die Gänge hallt.
Er erreicht das schwere Stahltor des Hauptlabors.
Mit einer kleinen Ladung Sprengstoff knackt er die Panzertür.
Die Explosion hallt dumpf durch die Betonwände.
Eine dichte Rauchwolke steigt auf.
Jonas tritt mit erhobener Waffe ein und erwartet den entführten Professor Bergmann und eine bewaffnete Söldnerbande.
Stattdessen steht er einer Frau gegenüber, deren Gesicht sich für immer in sein Gedächtnis gebrannt hat.
Es ist Clara Becker.
Seine vor fünf Jahren verunglückte Ehefrau steht im fahlen Licht der Monitore.
Sie trägt dunkle Einsatzkleidung und richtet eine Maschinenpistole direkt auf seine Brust.
Was nach diesem Moment geschah, steht in den ersten Kommentaren, denn genau da fing die Wahrheit an ans Licht zu kommen.
Part 2
Jonas lässt die HK416-Sturmgewehr in seinen Händen sinken.
Der Blick auf das Gesicht seiner totgeglaubten Frau lässt seine Muskeln erstarren.
Clara drückt eiskalt ab.
Die Projektilbahn streift seine linke Schulter und reißt ein blutiges Band in den Stoff seiner Jacke.
Der Schuss schlägt mit einem hellen Klacken in die dahinterliegende Betonwand ein.
Du kommst zehn Jahre zu spät, Jonas.
Claras Stimme klingt fremd, fast blechern in dem großen Labor.
Sie zieht die Maschinenpistole kein Stück nach unten, während im Hintergrund die roten Warnleuchten der Alarmsirenen anlaufen.
Der schrille Ton schneidet durch die dicke Luft des Bunkers.
Jonas atmet stoßweise aus, während der brennende Schmerz in seiner Schulter durch seinen Körper jagt.
Sein Mund öffnet sich, aber keine Worte finden den Weg über seine Lippen.
Clara zimmert den Daumen an den Sicherungshebel, ohne mit der Wimper zu zucken.
Aus dem dunklen Lüftungsschacht über der Decke fällt ein zylindrischer Gegenstand auf den gefliesten Boden.
Ein dumpfes Zischen füllt den Raum.
Eine dichte, gelbliche Rauchgranate entfaltet sich in Sekundenschnelle und nimmt jede Sicht.
Schwere Schritte dröhnen von draußen durch den Korridor.
Maskierte Männer in taktischer Rüstung stürmen durch den raucherfüllten Eingang des Labors.
KAPITEL 2: Als die Schatten der Vergangenheit das Feuer eröffnen
Jonas lässt sich rückwärts in das eisige Abwasser unter dem Bunker fallen.
Das Wasser spritzt auf, während die Stiefel den schlammigen Boden berühren.
Metallene Schritte hallen dumpf von den feuchten Ziegelwänden der Kanalisation wider.
Tobias wartet am Steuer des schwarzen VW-Transporters mit laufendem Motor.
Die Wagentüren schlagen auf, und Jonas wirft sich keuchend auf den Beifahrersitz.
„Los, fahr sofort los!“, ruft er und reibt sich die schmerzende Schulter.
Der Transporter schießt mit durchdrehenden Reifen aus der dunklen Stichstraße.
Im fahlen Schein der Armaturenbeleuchtung leuchtet das Display des Laptops auf dem Rücksitz auf.
Ein offenes Dateifenster zeigt das offizielle Dienstsiegel des Bundesnachrichtendienstes.
Jonas greift nach hinten und dreht den Bildschirm zu sich herum.
Der Name seiner totgeglaubten Frau steht schwarz auf weiß in einer geheimen Personalakte.
Die Buchstaben brennen sich in seine Netzhaut ein: Clara Becker, Deckname Dr. Alena Varga.
„Du wusstest davon, Tobias“, zischt Jonas mit erstickter Stimme.
Er packt seinen langjährigen Kameraden am Kragen und presst ihn an die Seitenwand des Autos.
Tobias reißt die Augen auf und greift nach Jonas’ Handgelenk.
„Lass mich atmen, Jonas, ich erkläre es dir!“, presst Tobias hervor.
„Erkläre mir, warum ich seit fünf Jahren um eine Lebende trauere!“, brüllt Jonas.
Der Transporter schlingert kurz, während Tobias das Lenkrad mit einer Hand festhält.
„Clara musste untertauchen, weil sie einen illegalen Atomwaffenhandel des BND aufdecken wollte“, stößt Tobias atemlos hervor.
Jonas lässt den Kragen los und starrt seinen Kameraden fassungslos an.
„Sie arbeitet für die Gegenseite, sie hat auf mich geschossen“, flüstert Jonas fassungslos.
„Das war nur Show, sie musste ihre Tarnung wahren, verdammt noch mal“, verteidigt sich Tobias.
Jonas atmet schwer und wischt sich den Schweiß von der Stirn.
„Wir müssen an die Originalakten im LKA-Archiv in Düsseldorf heran“, knurrt Jonas nach langem Schweigen.
KAPITEL 3: Das falsche Grab auf dem Kölner Südfriedhof
Die Nacht über dem Kölner Südfriedhof ist stockfinster und schwer von Nebel.
Jonas und Tobias klettern lautlos über das kniehohe geschmiedete Eisentor.
Ihre Gummisohlen landen lautlos auf dem feuchten Rasen zwischen den Grabsteinen.
Mit schmerzenden Armen schwingen sie die Klappspaten in die feuchte Erde.
Die Schaufelblätter schlagen schabend auf den harten Holzdeckel des Sarges auf.
Jonas bricht das Schloss mit einer Brechstange auf und wirft den Deckel zur Seite.
Die Taschenlampe gleitet in das Innere des schmalen Holzkastens.
Keine sterblichen Überreste liegen in dem Sarg, sondern nur schwere Sandsäcke.
Auf dem Boden liegt eine alte Uniformjacke des BND mit dem Namensschild von Steiner.
Plötzlich zucken gleißende Scheinwerferstrahlen über die dunklen Grabreihen.
Mehrere Zivilfahrzeuge blockieren mit aufheulenden Motoren die Ausgänge.
„LKA! Keine Bewegung! Hände hoch!“, schallt es durch die Grabreihen.
Kommissar Weber tritt mit gezogener Dienstwaffe aus dem Nebel hervor.
Jonas springt über eine Grabmauer und verschwindet in der Dunkelheit.
Tobias bleibt am leeren Grab stehen und streckt die Handgelenke nach vorne.
Klickend schnappen die stählernen Handschellen um Tobias’ Handgelenke zu.
KAPITEL 4: Der Verrat in den eigenen Reihen
Jonas springt durch die geöffnete Terrassentür in das kleine Reihenhaus in Bonn.
Dr. Sabine Holst fährt erschrocken rum und lässt eine Teetasse auf den Boden fallen.
Porzellansplitter spritzen über die Fliesen, während Sabine am ganzen Leib zittert.
„Jonas, um Gottes willen, du wirst gesucht“, stammelt sie mit brüchiger Stimme.
Sie zieht einen kleinen USB-Stick aus ihrer Manteltasche und reicht ihn hin.
„Hier sind die echten Baupläne des Projekts Prometheus drauf“, flüstert sie hektisch.
„Professor Bergmann hat seine eigene Entführung inszeniert, um Millionen zu erpressen“, fügt sie hinzu.
Jonas nimmt den Stick entgegen und blickt sie scharf an.
„Wer steckt hinter dem BND-Deal? Sag mir den Namen!“, drängt Jonas.
Sabine holt tief Luft, um zu sprechen, als ein helles Aufblitzen das Fenster erhellt.
Ein dumpfer Knall durchschlägt die Nachtluft und zersplittert das Küchenfenster.
Sabine sackt augenblicklich in sich zusammen und stürzt zu Boden.
Eine rote Bluspur zeichnet sich an der weißen Küchenwand ab.
Schwere Stiefel hämmern gegen die Haustür, die mit einem lauten Tritt aufspringt.
Maskierte Agenten in schwarzen Einsatzanzügen stürmen den Flur.
Jonas rennt zum offenen Küchenfenster und springt hinaus in die Dunkelheit.
Der kalte Regen schlägt ihm ins Gesicht, als er den Abhang zum Rhein hinabrollt.
KAPITEL 5: Die Spur führt nach Pullach
Durchnässt und mit schmerzenden Gliedmaßen schließt Jonas die Holztür der Eifel-Hütte.
Er steckt den USB-Stick in seinen Laptop und ruft die entschlüsselten Daten auf.
Der Name von Oberstleutnant Steiner blinkt als Hauptverantwortlicher auf dem Schirm.
Ein weiteres Dokument lässt Jonas den Atem anhalten: Seine Tochter Lisa lebt in Bad Godesberg.
Die BND-Agenten überwachen das Pflegekind als Druckmittel gegen Clara und ihn.
Jonas packt seine Ausrüstung und startet den Wagen Richtung Bad Godesberg.
Vor dem unscheinbaren Wohnhaus stehen zwei graue Limousinen mit Bonner Kennzeichen.
Jonas schleicht sich durch den Garten und schlägt die Wachleute lautlos nieder.
Er reißt die Haustür auf und schließt die verängstigte Lisa sofort in die Arme.
„Papa? Bist du das wirklich?“, weint das Mädchen an seiner Schulter.
„Ja, mein Schatz, wir sind jetzt in Sicherheit“, flüstert Jonas mit zitternder Stimme.
Er bringt Lisa in derselben Nacht zu einer vertrauten Tante nach Frankfurt.
Danach tritt er wieder auf das Gaspedal, das Lenkrad fest mit den Fäusten umklammert.
Die Straße führt ihn direkt zur BND-Zentrale nach Pullach bei München.
KAPITEL 6: Das Netz zieht sich zu
Jonas gleitet in einem blauen Blaumann unbemerkt durch das Hintertor nach Pullach.
Er betritt den tiefen Kellerbereich, in dem die Hauptserver surren.
Plötzlich stellt sich eine Gestalt aus dem Schatten des Servergestells in seinen Weg.
Tobias Meinhardt hält eine schwere Dienstpistole direkt auf Jonas’ Brust gerichtet.
„Es tut mir leid, Jonas, aber der Staat geht vor“, sagt Tobias emotionslos.
„Du warst also die ganze Zeit der Maulwurf beim BND“, knurrt Jonas.
„Ich habe nur unsere Haut gerettet, während du deinen Rachefeldzug führst“, entgegnet Tobias kalt.
Die schwere Stahltür am Ende des Raumes schwingt mit einem dumpfen Ton auf.
Clara betritt den Raum, dicht gefolgt von Oberstleutnant Steiner.
Steiner drückt eine schwere elektronische Fernbedienung an seine Brust.
„Der Bunker in Duisburg fliegt in genau 45 Minuten in die Luft“, lächelt Steiner kalt.
„Damit sind alle Beweise für das illegale Plutonium für immer ausgelöscht“, fügt er hinzu.
Jonas blickt Clara an, deren Augen vor Anspannung glasig schimmern.
„Du hast den Krieg verloren, Steiner“, zischt Jonas mit geballten Fäusten.
Steiner drückt den Daumen fester auf den roten Zündknopf der Fernbedienung.
KAPITEL 7: Das Finale im Bunker von Duisburg
Die Luft im unterirdischen Kontrollraum des Bunkers vibriert vor Hitze.
Steiner hält den Zeigefinger über den Auslöser der Sprengladung.
Plötzlich reißt Tobias die Waffe herum und drückt gnadenlos ab.
Ein lauter Knall hallt durch den Raum, als die Kugel Steiners Schulter durchschlägt.
Steiner schreit auf und lässt die Fernbedienung auf den nackten Betonboden fallen.
Clara stürzt nach vorne und wirft sich über das elektronische Bedienteil.
„Ich wollte den Bunker nie sprengen, ich wollte Steiners Terrorpläne stoppen!“, ruft sie unter Tränen.
„Die Kernbrennstäbe sollten an internationale Verbrecher verkauft werden!“, schreit sie weiter.
Jonas springt vor, packt den schwer verletzten Steiner und zerrt ihn zu einem Stahlträger.
Mit schnellen Handgriffen schließt er die Handschellen um Steiners Handgelenk und das Rohrsystem.
Das rote Countdown-Display blinkt hektisch: noch dreißig Sekunden bis zur Detonation.
Jonas reißt die Hauptabdeckung des Steuerkastens ab und trennt die blauen Kabelstränge.
Das grelle Piepen verstummt abrupt, und die rote Leuchtanzeige erlischt.
Schwere Schritte und das Rufen von Einsatzkräften hallen von den Wänden herab.
Spezialkräfte der GSG 9 sichern das Labor und führen den gefesselten Steiner ab.
Jonas lässt die Ausrüstung fallen und zieht Clara nach fünf langen Jahren fest in seine Arme.
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