Als Marie, eine auffallende Blondine mit einer bewegten Vergangenheit, beschließt, ihr Leben komplett umzukrempelten und sich auf einen absolut anständigen, braven Buchhalter namens Lukas einzulass…

CHAPTER 1: Das Jasminparfum im Frankfurter Nordend

Part 1

Als Marie, eine auffallende Blondine mit einer bewegten Vergangenheit, beschließt, ihr Leben komplett umzukrempelten und sich auf einen absolut anständigen, braven Buchhalter namens Lukas einzulassen, scheint alles perfekt zu sein, bis in der intimsten Sekunde ihrer Beziehung eine flüsternde Frage alles zerstört.

Marie Becker schloss die Augen und atmete tief ein.

Der Duft von frisch gebrühtem Filterkaffee lag in der Luft.

Draußen regnete es leicht gegen die Fensterscheiben der Altbauwohnung.

Es war ein ruhiger Samstagmorgen im Frankfurter Nordend.

Lukas Weber lag neben ihr und strich ihr sanft über die nackten Schultern.

Er wirkte wie immer unschuldig und fast ein wenig schüchtern.

Seine sanften Gesichtszüge passten zu seinem Ruf als penibler Buchhalter.

Marie genoss diese friedliche Stille in vollen Zügen.

Sie hatte die wilden Jahre in Berlin längst hinter sich gelassen.

Hier in Frankfurt wollte sie ein neues, sicheres Kapitel aufschlagen.

Lukas hatte ihr in den letzten Monaten genau diese Sicherheit gegeben.

Er war aufmerksam, zurückhaltend und extrem fürsorglich gewesen.

Marie drehte sich leicht um, um ihn anzulächeln.

In diesem Moment traf sie ein stechender Geruch.

Es war schwerer, teurer Jasminduft, der absolut nicht zu Lukas passte.

Der Duft hing schwer und fremd an seinem Hals.

Marie stockte der Atem.

Lukas bemerkte ihre plötzliche Reglosigkeit.

Er hob den Kopf und sah sie mit einem seltsamen, fast glasigen Blick an.

Die Dunkelheit des Raumes schien sich um sie zu legen.

“Kann ich dich Hoa Tuyết nennen?”, flüsterte er leise ins Kissen.

Die Worte schwebten schwer in der Stille des Zimmers.

Marie erstarrte vollkommen.

Ihr Herz schlug plötzlich wild in ihrer Brust.

Der Name ergab absolut keinen Sinn.

Es war kein deutscher Name und keine Koseform, die sie je gehört hatte.

Lukas schien im Halbschlaf zu sein, doch seine Augen waren weit geöffnet.

Er blickte sie an, als würde er gar nicht Marie vor sich sehen.

Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken.

Sie spürte sofort, dass hier etwas fundamental nicht stimmte.

Lukas hatte sie mit einer völlig fremden Frau verwechselt.

Oder er verbarg etwas, das weit dunkler war als seine vermeintliche Schüchternheit.

Die Maske des braven Buchhalters schien für eine Sekunde zu reißen.

Marie schwieg und tat so, als wäre nichts geschehen.

Ihr Verstand arbeitete jedoch auf Hochtouren.

Was nach diesem Satz geschah, steht im ersten Kommentar, denn genau da fing die Wahrheit an, ans Licht zu kommen.

Part 2

Marie antwortete mechanisch mit leiser Stimme.

Lukas schloss die Augen und atmete wieder tief ein.

Die Anspannung im Raum schien sofort zu verflogen zu sein.

Lukas drehte sich auf die Seite und schlief kurz darauf tief und fest.

Marie lag regungslos im Bett und starrte an die Decke.

Jeder Muskel in ihrem Körper war bis zum Äußersten angespannt.

Der Name hallte unaufhörlich in ihrem Kopf nach.

Eine Stunde später glitt Lukas lautlos aus dem Bett.

Schritte wanderten über den Holzboden Richtung Küche.

Das leise Klappern von Geschirr drang durch den Flur.

Marie stand leise auf und schlich auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer.

Auf dem alten Holztisch lag Lukas’ Tablet.

Der Bildschirm leuchtete im halgedunkelten Raum hell auf.

Eine offene Chat-Anwendung sprang ihr sofort ins Auge.

Der Text war komplett in vietnamesischer Sprache verfasst.

Marie überflog die Zeilen mit rasenden Augen.

In diesem Augenblick knarrte die Dielenmühle hinter ihr.

Schwere Schritte näherten sich abrupt der Zimmertür.

Lukas stand plötzlich im Türrahmen.

Sein Gesicht war zu einer kalten Maske erstarrt.

Er stieß die Tür mit voller Wucht auf.

Lukas griff blitzschnell nach dem Tablet und klappte es mit einem lauten Knall zu.

Seine Augen verengten sich zu eiskalten Schlitzen.

Warum schnüffelst du in meinen Sachen?, fragte er mit gefährlich ruhiger Stimme.

KAPITEL 2: Der Name auf dem vietnamesischen Tablet

Marie atmet tief durch und zwingt ihre Gesichtszüge in einen entspannten Ausdruck.

„Ich habe nur nach einem Taschentuch gesucht, Schatz“, sagt sie mit ruhiger Stimme.

Lukas klappt das Tablet mit einer schnellen Handbewegung zu.

Sein Blick ist für eine Sekunde bleiern und kalt, bevor er ein gekünsteltes Lächeln aufsetzt.

„Du weißt, dass ich meine geschäftlichen Dinge nicht gerne herumliegen lasse“, antwortet er leise.

Marie nickt und tut so, als wäre nichts geschehen.

In ihrem Inneren schrillen jedoch sämtliche Alarmglocken.

Am nächsten Vormittag sitzt sie im Café im Frankfurter Westend gegenüber von Katrin Hoffmann.

Katrin beugt sich über den Tisch und mustert Maries ernstes Gesicht.

„Hoa Tuyết? Bist du sicher, dass er das gesagt hat?“, fragt Katrin.

„Wortwörtlich“, flüstert Marie.

Katrin zieht ihr Smartphone hervor und tippt schnell auf dem Display.

Nach drei Stunden intensiver Recherche über vietnamesische Netzwerke blickt Katrin wieder auf.

„Weißt du, was das bedeutet?“, fragt Katrin mit gedämpfter Stimme.

„Sag es mir“, antwortet Marie.

„Hoa Tuyết bedeutet auf Vietnamesisch Schneeblume“, erklärt Katrin.

„Und es ist der exakte Name einer Briefkastenfirma in Ho-Chi-Minh-Stadt.“

Marie starrt ihre Freundin fassungslos an.

„Auf genau diese Firma wurde vor sechs Monaten eine Generalvollmacht für ein Bankkonto in Wiesbaden ausgestellt“, fährt Katrin fort.

„Und die Unterschrift darunter stammt von Lukas Weber.“

KAPITEL 3: Die Akte des braven Buchhalters aus Offenbach

Zwei Tage später nutzt Marie Lukas’ angebliche Überstunden in der Kanzlei für einen heimlichen Besuch in seiner Wohnung.

Sie kniet auf dem Parkett und tastet die Sockelleiste im Arbeitszimmer ab.

Ein kleiner Holzstift gibt nach, und eine versteckte Klappe springt auf.

Zum Vorschein kommt eine schwere Mappe mit Dokumenten und drei verschiedenen Reisepässen.

Jeder Pass zeigt das Gesicht von Lukas, aber trägt einen anderen Namen.

Daneben liegen detaillierte Dossiers über ihr eigenes Privatvermögen und das elterliche Erbe.

Marie fotografiert jedes einzelne Blatt mit ihrem Handy.

Sie schließt das Versteck wieder und verlässt die Wohnung, bevor Lukas zurückkehrt.

Am Abend sitzt sie ihm wie gewohnt am Esstisch gegenüber.

Lukas stellt eine Vase mit roten Rosen vor sie hin.

„Die sind für dich, mein Schatz“, sagt er mit sanfter Stimme.

Marie streicht über die Blütenblätter.

„Danke, das ist sehr aufmerksam“, antwortet sie mechanisch.

Lukas lächelt breit und setzt sich.

„Übrigens habe ich das Standesamt in Wiesbaden für in vier Wochen reserviert“, sagt er beiläufig.

„Dann machen wir endlich Nägel mit Köpfen.“

KAPITEL 4: Das gefälschte Testament und die Falle in Wiesbaden

Marie sitzt im schattigen Büro der Notarin Frau Dr. Heike Bergmann in Wiesbaden.

Kommissar Thomas Klein von der Frankfurter Wirtschaftskriminalität hört sich die Beweise aufmerksam an.

„Die Heirat ist nur der juristische Hebel“, erklärt Kommissar Klein mit fester Stimme.

„Er will nach der Eheschließung sofort Zugriff auf das elterliche Haus in Bad Homburg.“

Frau Dr. Bergmann mustert die vorgelegten Papiere mit ernster Miene.

„Das Dokument zur Übertragung des Erbes ist eine glatte Fälschung“, sagt die Notarin.

Am Tag vor der standesamtlichen Trauung sitzt Marie in Lukas’ Wohnzimmer.

Lukas legt ihr ein dickes Papierbündel hin und schiebt ihr einen Füller zu.

„Unterschreib einfach hier, damit rechtlich alles abgesichert ist“, sagt er und klingt dabei fast väterlich.

Marie greift nach dem Füller.

Im Vorraum der Kanzlei wartet Kommissar Klein mit den Handschellen.

KAPITEL 5: Die Handschellen im historischen Standesamt

Marie setzt den Füller an das Dokument an.

Anstelle ihres richtigen Namens schreibt sie ein altes Kunstnamens-Kürzel aus ihrer Berliner Jugendzeit.

Lukas beobachtet ihre Hand mit gierigem Glanz in den Augen.

„Sehr vernünftig, mein Schatz“, flüstert er triumphierend.

Er zieht eine vorbereitete Heiratsurkunde aus seiner Tasche und streckt die Hand aus.

„Jetzt noch die Schlüssel für das Haus in Bad Homburg, bitte“, verlangt er.

In diesem Moment fliegen die Flügeltüren der Kanzlei krachend auf.

Vier Zivilbeamte der Frankfurter Polizei stürmen den Raum.

Ein Beamter drückt Lukas sofort mit dem Rücken gegen die Wand.

„Lukas Weber, Sie sind vorläufig festgenommen“, ruft Kommissar Klein laut.

Lukas weitet die Augen vor Entsetzen.

„Stefan Berger hat im Verhör bereits alles gestanden“, fügt der Kommissar hinzu.

KAPITEL 6: Schneeblume im Verhörraum und das Ende des Betrugs

Das grelle Neonlicht im Verhörraum des Polizeipräsidiums Frankfurt wirft kalte Schatten.

Kommissar Klein blättert langsam in einer Akte.

„Die echte Hoa Tuyết war eine vietnamesische Studentin“, sagt der Kommissar mit monotoner Stimme.

„Sie haben sie vor fünf Jahren um ihr Erbe gebracht, und sie gilt bis heute als vermisst.“

Lukas sitzt auf dem Stuhl und bricht in sich zusammen.

Seine Hände zittern, als er realisiert, dass Marie jede seiner Bewegungen vorausberechnet hat.

„Du… du hast mich von Anfang an benutzt“, stammelt Lukas leise.

„Nicht ich habe dich benutzt, Lukas. Deine eigene Gier hat das getan“, antwortet Marie kühl aus dem Nebenraum.

Wenig später wird Lukas in die U-Haft der JVA Frankfurt am Main abgeführt.

Er wird zu vier Jahren Haft ohne Bewährung wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt und muss 150.000 Euro Schadensersatz zahlen.

Marie lässt das elterliche Haus in Bad Homburg endgültig auf ihren Namen umschreiben.